Mittwoch, 20. März 2019

Blickpunkte ---- InterReligiöse Bibliothek (IRB) ---- Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) bis 2018


ALLE RELIGIONEN BEDÜRFEN EINANDER,
NICHT NUR IN IHREN GEMEINSAMKEITEN,
SONDERN GERADE AUCH IN IHREN UNTERSCHIEDEN,
DURCH DIE SIE EINANDER ERGÄNZEN. 
WIR SOLLEN IN DER EIGENEN RELIGION DAHEIM
UND IN DER ANDEREN GÄSTE SEIN, 
GÄSTE, NICHT FREMDE.
Paul Schwarzenau



20.03.     Die Feste mehrer religiös-kultureller Traditionen auf einen Tag!
                Holi (Hinduismus)
                Purim (Judentum)
                Noruz (Iran, Baha'i, Zoroastrismus)


18.03.     PILGRIM-Newsletter Wien, Nr. 72 (März 2019):
               


Weitere NACHRICHTEN und NACHDENKENSWERTES 
               aus Religion und Welt: hier
--- news and more for reflection 
--- nouvelles et plus pour réfléchir 
--- novedades y más para reflexionar



InterReligiöse Bibliothek [IRB]  
InterReligious Library
Bibliothèque InterReligieuse - Biblioteca InterReligiosa
- print & digital -

Informationen zur IRB: hier

KATALOGE >>>

--- Vorstellung neuerer Bücher und Medien
RELIGIONEN A - Z: 
Grundlagen - Geschichte - Gegenwart
THEMENSEITEN

Koordination: Dr. Reinhard Kirste: Anfragen / Kontakt: hier



Ursprüngliche INTR°A-Webseite seit 2000, mehrfach überarbeitet
Webmaster Bruno Bruyers (bis Mai 2014) -
Administrator von 2000 - 2018:  Reinhard Kirste


 
CC

Das Gleichnis von den anvertrauen Pfunden. Versuch einer heutigen Nacherzählung von Lukas 19,11–27



Auf einer internationalen Welthandelskonferenz überlegen die Teilnehmenden, wie man für einige der ärmsten Länder mehr Wohlstand erreichen kann. Der Entwicklungshilfeminister eines „Geberlandes“ stellt vier große Kredite zur Verfügung, damit dort viel Gutes für das jeweilige Land erwirtschaftet werden kann:
100 Millionen Dollar, 50 Millionen Dollar und 10 Millionen Dollar, sogar zweimal. Nach 10 Jahren soll geprüft werden, welche Wirkungen die Entwicklungshilfekredite gebracht haben.
Der erste Finanzminister eines Empfängerlandes sieht mit den 100 Millionen seine große Chance: Da in seinem Land von einem ebenfalls mit Entwicklungshilfe finanzierten Atomkraftwerk Atommüll zurückbleibt, kann man diesen bisher nicht verwenden. Durch geschickt politische Verhandlungen und durch den „Ankauf“ von Fachwissenschaftlern und Technikern gelingt es ihm dadurch, eine Atombombe zu entwickeln. So kann er sich bei den Großmächten als fast gleichwertiger Partner einbringen und die feindliche Bedrohung aus dem Norden scheint endlich beseitigt zu sein.
Der Finanzminister eines anderen Landes treibt mit dem geliehenen Geld von 50 Millionen die chemische Industrialisierung voran. Er lässt große Industrieanlagen errichten ohne Rücksicht auf die dort vorbeiführenden Gewässer. Ein großes Fischsterben wird zum Problem; dennoch verfügt sein Land bald über einen gewissen Reichtum.
Der Finanzminister eines weiteren Landes baut mit dem 10 Millionen-Kredit eine Fabrik zur Fischverarbeitung, die nur relativ wenigen Menschen Arbeit und Wohlstand bietet, aber durch Kläranlagen bliebt das Wasser sauber. Die Fischer behalten auch ihre Arbeit.
Der Finanzminister des letzten Landes, der ebenfalls einen 10 Millionen-Dollar-Kredit erhält, hat den Eindruck, dass der Kredit zu gering ist. Er steckt das Geld in die Nationalbank seines Landes, muss sich um nichts mehr kümmern, geht Golf spielen und lässt sich von der Nationalbank eine Yacht finanzieren.
Nach 10 Jahren findet die angekündigte Welthandelskonferenz tatsächlich statt. Die Finanzminister der mit den Krediten bedachten Länder tragen dem Entwicklungshilfeminister ihre Bilanzen vor, um zu belegen, wie sie das Geld erfolgreich vermehrt haben.
Der erste Finanzminister berichtet, wie durch den Ausbau der Nuklearenergie sein Land international nun fast zu den „Global Players“ gehört. Auch der Feind aus dem Norden wurde von der entwickelten Atomstreitmacht abgeschreckt. Der Finanzmann betont, dass er den Kredit ohne Probleme mit den von der Welthandelsbank festgelegten Zinsen zurückzahlen könne.
Der zweite Finanzminister weist daraufhin, wie die chemische Industrie seines Landes überdurchschnittliche Gewinne macht und dies zu einem Bauboom in der Hauptstadt geführt hat. Kein Problem ist es für ihn also, den Kredit zurückzuzahlen.
Der dritte Finanzminister gesteht ein, dass ihn der Umweltschutz so viel gekostet hat, dass sich seine Fischverarbeitungsfabrik kaum noch rentiert. Immerhin könne sein Land den Kredit zurückzahlen.
Der vierte Finanzminister tritt ziemlich selbstbewusst und frech auf und sagt: Er habe den Eindruck, dass dieser Entwicklungsminister aus dem Geberland ein ganz übler Typ sei, der dort abkassiert, wo er weder investiert noch irgendetwas bezahlt habe. Er wolle die armen Länder nur von sich abhängig machen. Er habe die 10 Millionen darum seiner Nationalbank gegeben; aber die Inflationsrate sei so in die Höhe geschossen, dass seine 10 Millionen gerade noch 8 Millionen wert seien. Mit diesen Finanzmachenschaften wolle er nichts zu tun haben.
Die ersten beiden Finanzminister erwarten nun neben viel Lob natürlich auch neue finanzielle Zusagen des reichen Landes, ja dass sie vielleicht den Kredit auch gar nicht zurückzahlen müssen.
Da geschieht etwas Verblüffendes: Der Entwicklungsminister des Geberlandes sagt: „Ich habe euch viel Geld anvertraut, damit ihre Gutes für Eure Bevölkerung tut. Was habt Ihr jedoch mit den 100 und den 50 Millionen gemacht? Ihr habt Krieg produziert, gefährliche Stoffe und massenweise Umweltgifte euren Nachkommen hinterlassen, ja viele Generationen müssen mit diesen Altlasten leben und werden auch noch davon krank. Darum soll der Finanzminister, der in den Umweltschutz investiert hat, die 10 Millionen behalten. Von Ökonomie hat er offensichtlich keine Ahnung, aber er hat die Zukunft der Menschen seines Landes immer im Blick gehabt. Deshalb bekommt er die 8 Millionen des vierten Finanzministers noch dazu. Er hat nämlich verstanden, dass Geld allein nicht glücklich macht und dass man seine Freiheit und seine moralischen Werte nicht für Geld verkaufen darf.
Dem vierten Finanzminister aber schrieb der Entwicklungshilfeminister des Geberlandes ins Stammbuch: „Ich bin zwar nicht der liebe Gott, aber so viel habe ich verstanden: Das Wort Minister heißt „Diener“, und ein Finanzminister hat den Menschen seines Landes zu dienen. Wer sich nicht als Diener versteht und die Gelder des Landes zum langfristigen Wohl der Menschen einsetzt, sollte so schnell wir möglich abgesetzt werden und dann am besten in der Produktion arbeiten; also in der Fischfabrik des Landes, wo die künftigen Generationen Zukunft haben.
©  Reinhard Kirste
relpäd/Lukas 19,11-27, 20.03.2019

Dienstag, 19. März 2019

Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A): 1990 -2018 - Geschichte - Informationen - Veröffentlichungen


Zur Geschichte
der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A)
(Reinhard Kirste)


Neue INTR°A-Homepage
ab Frühjahr 2019 (in Vorbereitung)

Kontakt: info@interrel.de


Vorstellungsseiten

Flyer -  Tagungen - Jahresberichte - Rundmails

INTR°A-Projektpreis seit 2000


Aktivitäten von INTR°A-Mitgliedern

Veröffentlichungen
in Verbindung mit INTR°A (print) bis 2006
Hg. u.a.: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka

Außerhalb der Reihen erschien:
  • John Hick: 
    Gott und seine vielen Namen. 
    Frankfurt/M.: Lembeck: 2001,
    2. Aufl. 2002, 215  S.
    --- Überarbeitet, aktualisiert und erweitert  2012   
  • Míkel de Epalza: Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen. Interreligiöses Zusammenleben auf der Iberischen Halbinsel
    (6. - 17. Jahrhundert).
    Frankfurt/M.: Lembeck 2002, 303 S.
    Aktualisiert und erweitert 2012 
    --- als PDF-Datei: hier              


CC 

Montag, 18. März 2019

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüdenscheid (GCJZ) --- Programm 2019

Alle Veranstaltungen der GCJZ in Lüdenscheid, sofern nicht anders angegeben

Die Ziele:
 Wir setzen uns ein für
  • die gegenseitige Achtung  zwischen Juden und Christen
  • den christlich-jüdischen Dialog
  • die Erforschung und Bekämpfung religiöser, rassistischer und politisch 
    motivierter Vorurteile
  • die respektvolle Begegnung zwischen Juden und Christen
    sowie für Toleranz
  • die Bekämpfung des Antisemitismus.

  • Wir wollen informieren und aufklären durch Vorträge, Gedenkfeiern, Ausstellungen und Exkursionen.
28.03.2019   Leben und Aufgaben einer jüdischen Frau
Die Rolle der jüdischen Frau wird durch die hebräische Bibel, das Gewohnheitsrecht und nicht-religiöse kulturelle Einflüsse umrissen. Die Frau ist die Stütze des Haushalts und bestimmt den Charakter und die Atmosphäre des Hauses. Sie achtet darauf, dass Speisen und Getränke, die in ihre Küche und auf den Esstisch kommen, den jüdischen Speisegesetzen genügen. Sie unterweist die Kinder, bevor sie eingeschult werden. Wenn es ihre Zeit erlaubt, kann sie auch einem Beruf nachgehen. Inzwischen gibt es im Reformjudentum auch in Deutschland Rabbinerinnen.
Referentin: N.N.
Ort: Gemeindehaus Maria Königin, Graf-von-Galenstr. 23, Beginn: 19 Uhr
Zuvor, um 17 Uhr: Jahreshauptversammlung der GCJZ Lüdenscheid    

22.05.2019   Zubereitung einer jüdischen Mahlzeit   
Die jüdische Küche ist geprägt von Speisegesetzen, die ihren Ursprung in der Thora haben und im rabbinischen Judentum nach und nach weiterentwickelt wurden. Ein oftmals zitiertes, weil sehr prägnantes Beispiel ist das Verbot aus 2. Mose 23,19 oder 5. Mose 14,21: „Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen“. Die Weiterentwicklung des Verbots gipfelte schließlich in der strikten Trennung von Milchgeschirr (für Speisen aus Milchprodukten) und Fleischgeschirr (für Fleischspeisen). Durch die praktische Zubereitung eines jüdischen Gerichts wollen wir uns einen Eindruck vom Wirken der Speisegesetze verschaffen.
Köchin: Heidi Skorupa, Lüdenscheid
Ort: Küche im Martinushaus, 3. Etage, Graf-von-Galenstr. 6, Beginn: 17 Uhr
Die Teilnehmerzahl muss auf 15 Personen beschränkt werden, vorherige
Anmeldung bei  Hella Goldbach (02351-677655) erforderlich.



Dauerausstellung in der Mendelssohn-Remise, Berlin-Mitte (Wikipedia)

30.05.- 03.06.2019:    
„Mendelssohn-Orte in Berlin“   
Studienfahrt zu den Wohn-, Wirkungs- und Grabstätten
der Familie Mendelssohn 

Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn 2008, 172 S.,
Abb. Chronologie
Interview mit dem Autor in
 Deutschlandfunk Kultur, 07.02.2009: hier
in drei Jahrhunderten 

Detailliertes Programm: hier

(auch als Auftakt zur Veranstaltung am 9. Oktober
„Das Judentum in der Musik
– Richard Wagners ambivalentes Verhältnis
 zu Felix Mendelssohn Bartholdy“) 

Felix Mendelssohn Bartholdy war ein deutscher Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen. Felix wurde 1809 als Sohn des Bankiers Abraham Mendelssohn und seiner Frau Lea geboren und war Enkel des berühmten Philosophen Moses Mendelssohn. 1816 wurde er mit seinen drei Geschwistern christlich getauft, die Eltern traten 1822 zum Christentum über und nahmen zusätzlich den „christlichen“ Namen Bartholdy an.
Anmeldeschluss zur Studienfahrt: 10. April 2019
Anmeldungen an Hella Goldbach (02351-677655)


14.06.2019   Rap-Szene und Antisemitismus in Deutschland
Seit Jahren ist die deutsche Rap-Szene nicht frei von mehr oder minder verstecktem Antisemitismus. Im April 2018 kam es jedoch zum Eklat, als der angesehene ECHO-Musikpreis an zwei Rapper vergeben wurde, deren Liedtexte antisemitische Passagen aufweisen. Dies wurde in der Öffentlichkeit überwiegend kritisiert und veranlasste den deutsch-jüdischen Rapper Ben Salomo dazu, seinen Rückzug aus der Szene anzukündigen. – Es ist uns gelungen, Ben Salomo zu einem Vortrag zu gewinnen, in dem er Ausmaß und Hintergründe des Antisemitismus´ innerhalb der Rap-Bewegung beleuchten wird.
Referent: Ben Salomo,Berlin
Ort: Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, 
Beginn: 18 Uhr
Vormittags:  Workshop mit Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums

17.09.2019
Jüdisches Geschäftsleben in Lüdenscheid vor und 
nach 1933
Die jüdische Minderheit in Lüdenscheid war vom Ersten Weltkrieg bis zur Reichspogromnacht besonders im Einzelhandel tätig. Das trug viel zur Entwicklung der Stadt bei, weil die Vielfalt der Angebote auch die Vielfalt in der kleinstädtischen  Gesellschaft förderte. Aber auch in kulturellen Bereichen als Kinobetreiber, als Sprecher der Deutschen Demokratischen Partei und als Ärzte waren jüdische Lüdenscheider hier tätig. Das wurde ab 1933 vom nationalsozialistischen Staat schrittweise abgewickelt und ab 1938 mit Gewalt vernichtet.
Referent: Matthias Wagner, Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid
Ort: Gemeindehaus Maria Königin, Graf-von-Galenstr. 23, 
Beginn: 19 Uhr

09.10.2019  „Das Judentum in der Musik“   Richard Wagners ambivalentes Verhältnis zu Felix Mendelssohn Bartholdy
Wie war das Verhältnis der beiden Komponisten zueinander? Felix Mendelssohn Bartholdy entstammte einer reichen jüdischen Familie, wurde aber christlich getauft. Er war zu seinen Lebzeiten ein gefeierter Musiker
und Dirigent, nach seinem frühen Tod aber wurde er Zielscheibe von Anfeindungen. Richard Wagner sprach ihm in seiner antisemitischen Schrift „Das Judentum in der Musik“ gar die Fähigkeit ab, ein guter Musiker zu sein. Auch kritisierte er generell das musikalische Schaffen jüdischer Komponisten seiner Zeit. – Dr. Graf hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielfältigen Anknüpfungspunkte und schicksalhaften Berührungen der beiden großen Komponisten zu beleuchten. Begleitet wird das Referat von Musikbeispielen.
Referent: Dr. Wolfram Graf (Hof, Bayern), begleitet von der Lüdenscheider Musikschule
und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium --- 
Ort: Stadtbücherei, Beginn: 19 Uhr

09.11.2019   „KaZett und Kabarett – Widerworte in brauner Zeit“
Die Kabarettisten Radau/Düring erinnern an ihre Kollegen in den Dreißiger-Jahren, die den Mut hatten, ihr Programm trotz Gefahr an Leib und Leben unter dem NS-Regime zu präsentieren. Zum Lachen gibt es viel bei Radau/Düring, aber auch zum Nachdenken. Sie haben pointierte Texte aus dieser Zeit ausgewählt und vermitteln die Absurdität einer Zeit, in der alles verboten war, was dem NS-Regime nicht gefiel.
Ort: Stadtbücherei, Beginn: 18 Uhr
Zuvor, um 17.30: Gedenkzeit vor der jüdischen Gedenktafel
an der Rückseite der Stadtbücherei



Nach Vereinbarung: Anmeldung bei
Hella Goldbach (E-Mail:  hella.goldbach@gmx.de --- Tel. 02351-677655)


Ehem. Synagoge Hagen-Hohenlimburg (Wikipedia)

Innenraum mit Tora-Nische (Wikipedia)

Gedenktafel in der Tora-Nische




Zur Geschichte der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) 1990 - 2018 --- aktualisiert ---

INTR°A-Logo 

Die Anfänge

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts erweiterten sich im südwestfälischen Raum die interreligiösen Kontakte, die von verschiedenen Gruppierungen, Kirchengemeinden und besonders von der Ev. Akademie Iserlohn, von der Universität Dortmund und der kirchlichen Lehrerfortbildung gepflegt wurden. So kam zuerst zum christlich-jüdischen Dialog der Islam hinzu. Dann wurde deutlich, dass der Dialog der drei monotheistischen Religionen („Trialog“) eigentlich nur ein Sonderfall des interreligiösen Dialogs ist. 


Darum taten sich verstärkt Interessierte aus Theologie, Religionswissenschaft, Pädagogik und Ökonomie zusammen, um intensiver zu reflektieren, warum, weshalb und wie Menschen unterschiedlichen Glaubens eine gemeinsame Ebene finden können und welche die kulturellen, philosophischen und theologischen Grundlagen und Bedingungen sind.
Die entscheidenden Anstöße kamen von Professor Dr. Paul Schwarzenau (Universität Dortmund), Prof. Dr. Udo Tworuschka (Universität zu Köln, später Universität Jena) und Pfarrer Dr. Reinhard Kirste (Schulreferent in Iserlohn). 


Eingang zur Arbeitsstelle
"ENGEL DER KULTUREN"
Als Rahmen dieser Initiative wurde im Februar 1989 eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich am 4. September 1990 als Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) in Iserlohn konstituierte ("ideeller Verein"). Die Mitglieder-Versammlungen am 18.11.2001 und 16.07.2002 beschlossen, INTR°A als e.V. beim Amtsgericht Altena eintragen zu lassen. Der offizielle Eintrag in das Amtsregister Altena erfolgte am 02.09.2002. Im Jahr 2010 wurden noch einmal einige Satzungsänderungen nötig, die am 03.02.2011 beim Amtsgericht Iserlohn eingetragen wurden.

Der Sitz von INTR°A: 1990 - November 2018:
58769 Nachrodt-Wiblingwerde


                 Leitlinien
Als Intentionen wurden herausgestellt, dass insgesamt der Gedanke von Toleranz und Versöhnung umfassend gefördert werden soll. Angesichts der Tatsache, dass unsere Welt durch mannigfaltige tödliche Bedrohungen herausgefordert wird, ist die Begegnung von Menschen verschiedener religiöser Traditionen ein „Muss“, gerade um Zukunft verantwortlich ein Stück weit mitzugestalten.             
Als Motto gilt dabei das Wort eines der Mitbegründer von INTR°A,
des im November 2006 verstorbenen Dortmunder Theologen und Religionswissenschaftlers Paul Schwarzenau:
 

„Alle Religionen bedürfen einander, nicht nur in ihren Gemeinsamkeiten, sondern gerade auch in ihren Unterschieden, durch die sie einander ergänzen. Wir sollen in der eigenen Religion daheim
 
und in der anderen Gäste sein,
Gäste, nicht Fremde“.

 

Bei INTR°A wird also der Komplementaritätsgedanke wichtig, der sich sowohl in der wissenschaftlichen Arbeit wie in den praktischen Begegnungen und der Unterstützung interreligiöser Projekte ausdrückt: Gegenseitiges Verständnis und harmonisches Zusammenleben können nur auf einer Basis realisiert werden, in der der „Andere" als sinnvoll und notwendig für die eigene Identität und Authentizität angesehen wird.
INTR°A hat für das interreligiöse Gesamtkonzept mehrfach überarbeitete Leitlinien entwickelt, die für die Arbeit wesentlich sind. Sie zeigen große Nähe zu religionspluralistischen Theologien.

1.  Dialog kann nur sinnvoll zwischen gleichwertigen Partnerinnen
    und Partnern geschehen.

2.  Absolutheitsansprüche einzelner Religionen (wie auch des Christentums) dürfen sich nur auf die Verbindlichkeit des eigenen Glaubens beziehen. Das erlaubt kein noch so verdecktes inklusives Denken, das die anderen religiösen Traditionen in irgendeiner Form als minder-wertig einstuft. Es erlaubt aber auch kein inklusives Vereinnahmen („anonyme“ Christen, Buddhisten, Muslime usw.).

3.  Das Missionsverständnis (besonders des christlichen Glaubens) ist im 
Sinne eines persönlichen Zeugnisses und Engagements zu interpretieren, ohne dabei die anderen zur eigenen Glaubensweise bekehren zu wollen.


4.  Die verschiedenen Religionen drücken nicht endgültige Wahrheit aus.
Sie sind sprachliche, rituelle und spirituelle Annäherungen an das Transzendente. Ihre Aussagen sind vorläufig und bleiben revisionsbedürftig.

5.  Religionen sind eingebunden in vielfältige Kulturen und differierende Denkweisen. Sie sind darum als unterschiedliche Wege zum Heil zu verstehen.

6.  In einer globalisierten Welt kann keine Religion mehr für sich leben, sondern nur in Beziehung mit anderen. Interreligiöse Begegnung ist darum Herausforderung und Bereicherung zugleich, m.a.W. die anderen religiösen Anschauungen sind notwendig im Sinne der Komplementarität als des ergänzenden Verstehens durch den Anderen.
 

Die Präsentation im Internet bis 2018

Die Mitglieder von INTR°A stammen aus Europa, den USA und aus Asien
(87 Mitglieder, Stand: 31.12.2017). Die meisten kommen aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien, einige jedoch auch aus Indien und den USA. Sie treffen sich zu thematisch orientierter Arbeit (auf Konferenzen und Tagungen) und zu praktischen Begegnungen mit anderen Religionen, wobei eine Reihe von Kontakten mit islamischen, hinduistischen und buddhistischen Gruppierungen und Einzelpersonen, sowie Vertretern der Baha'i-Religion bestehen. Darüber hinaus wird der Kontakt zu Einrichtungen besonders gepflegt, die den Gedanken der Multikulturalität und Interreligiosität modellhaft umsetzen.


Auch bekannte Wissenschaftler/innen sind bzw. waren Mitglieder.
Zu den verstorbenen Persönlichkeiten zählten u.a.:
  •       Prof. Dr. Herlinde PISSAREK-HUDELIST, Innsbruck (05.06.1932 – 20.06.1994),
         Letzte Assistentin von Karl Rahner 
  •     Prof. Dr. Abdoldjavad FALATURI, Köln / Hamburg (19.01.1926 – 30.12.1996)
  •      Prof. Dr. mult. Annemarie SCHIMMEL, Bonn (07.04.1923 – 26.01.03)
  •      Prof. Dr. Paul Schwarzenau, Dortmund (19.09.1923 - 06.11.2006)              
  •      Prof. Dr. Míkel de EPALZA, Alicante, Spanien (18.02.1938 – 06.12.2008)
  •      Prof. Dr. Herbert Schultze, Hamburg (1928 - 06.06.2006)
  •     Prof. Hasan ASKARI, Pudsey, West Yorkshire [UK] (1932-2008)
  •     Prof. Dr. mult. John Hick, Birmingham [UK] (20.01.1922 – 09.02.2012) 
  •      Prof. Dr. Dr. Ulrich SCHOEN, Hannover  (03.10.1926 - 12.08.2016)
  •      Rabbiner Lionel BLUE, London  (06.02.1930 - 19.12.2016)  






Die religionswissenschaftliche
 und religionspädagogische Arbeit

Die Arbeitsstelle wird von einer Reihe  interreligiös engagierter Persönlichkeiten kompetent beraten, zumal diese verschiedenen religiösen Traditionen angehören.
Forschungsmöglichkeiten, Projekte interreligiösen Lernens und vertiefte Informationen sollen nicht nur durch praktische Begegnungen, Konferenzen, Meditationen und durch die Aufarbeitung einschlägiger Literatur ausgeweitet und weiter vermittelt werden, sondern auch durch ein Kontinuum, das diese Arbeit reflektiert. Die interne Dokumentation enthält auch einen ausführlichen Briefwechsel von 1988/1989 bis zum November 2018.

Die wissenschaftlich orientierte Publikationsarbeit geschah von 1990 bis 2006 in besonderer Weise durch die Reihe
Religionen im Gespräch (RIG 1-9)
, umfangreiche Bände, die alle zwei Jahre erschienen und Schwerpunktthemen des interreligiösen Dialogs aufnahmen. 

Diese Arbeit wurde von einem
Beirat 
begleitet, dem bekannte
WissenschaftlerInnen angehörten. 
Alle RIG-Bände sind durch einen gleichen Aufbau in ihrer Struktur überschaubar und sollen damit das systematische Arbeiten erleichtern. So gehören neben der Bearbeitung eines Themenschwerpunktes, Grundsatzbeiträge, Berichte und Dokumente dazu. Sie wurden durch Rezensionen und Bibliografien ergänzt.

Die einzelnen RIG-Themen
von 1990 bis 2006:
 
Alle RIG-Inhaltsverzeichnisse: hier
  • RIG 1/1990: Gemeinsam vor Gott.
                        Religionen im Gespräch
  • RIG 2/1992: Engel – Elemente – Energien
  • RIG 3/1994: Interreligiöser Dialog
                       zwischen Tradition
                       und Moderne
  • RIG 4/1996: Wertewandel
                        und religiöse Umbrüche
  • RIG 5/1998: Die dialogische Kraft des Mystischen
  • RIG 6/2000: Hoffnungszeichen
                       globaler Gemeinschaft
  • RIG 7/2002: Neue Herausforderungen
                       für den interreligiösen Dialog
  • RIG 8/2004: Wegmarken
                        zur Transzendenz.
                       Interreligiöse Aspekte
                       des Pilgerns.
  • RIG 9/2006: Europa im Orient –
                       der Orient in Europa
Auswahl von Texten aus RIG 1 - RIG 9 zum Download: hier

In den Jahren 1998 und 1999 erschienen außerdem die Reihe
Interreligiöse Horizonte (IH) in 5 Bänden (Böhlau-Verlag Köln), u.a.
mit einer Festschrift für Paul Schwarzenau zum 75. Geburtstag und zwei weiteren Bänden mit Aufsätzen des Jubilars.
Inhaltsverzeichnisse aller 5 Bände: hier


Außerhalb der Reihe wurden Texte der INTR°A-Mitglieder John Hick
und Míkel de Epalza publiziert (Verlag Lembeck Frankfurt/M.)

  • John Hick: Gott und seine vielen Namen.
    2001, 2. Aufl. 2002, 215  S. --- 
    Überarbeitete und aktualisierte und erweiterte Auflage 2012 

    als PDF-Datei: hier
  • Míkel de Epalza: Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen. ---- Interreligiöses Zusammenleben auf der Iberischen Halbinsel (6. - 17. Jahrhundert)
    --- 2002, 303 S. --- Aktualisierte und erweiterte Auflage 2012

    als PDF-Datei: hier
Die Schnittstelle zwischen religionspädagogischer Praxis und
wissenschaftlicher Analyse bildete die Heftreihe: 

Iserlohner Con-Texte (ICT)
mit insgesamt 18 Ausgaben von 1983 bis  2003.
Herausgeber: Paul Schwarzenau und Reinhard Kirste
Einige dieser Hefte wurden überarbeitet und als PDF-Datei
2009 und 2010 neu herausgegeben.
Alle Informationen zu den ICT-Heften: hier


Nach dem Auslaufen der RIG-Reihe im Jahr 2006 erfolgten Veröffentlichungen wesentlich stärker über das Internet und durch Aufsätze, Buchbeiträge und Bücher der jeweiligen Autorinnen und Autoren. 

INTR°A erhielt bereits 1996 eine eigene Webseite. Sie wurde zuerst über den Server der Hogeschool Holland in Diemen bei Amsterdam geführt (ehrenamtlicher Webmaster: Dr. Marien van den Boom). Ab dem Jahr 2000 übernahm Bruno Bruyers (Iserlohn) die Funktion des (ehrenamtlichen) Webmasters im Rahmen eines deutschen Servers, zuerst mit der Adresse http://home.t-online.de/home/interrel und schließlich mit der Domain: www.interrel.de und ausführlicherer Gestaltung durch Bruno Bruyers (bis zu seinem Tod im Mai 2014).



Die "alte" INTR°A-Homepage bis 2014


Die Übersichtsseite mit Weiterleitungen der alten INTR°A-Homepage
Zur besseren Lesbarkeit auf diese beiden Bilder klicken!


Die INTR°A-Webseite mit entsprechenden Informationen und Weiterleitungen präsentierte sich bisher so: INTR°A-Willkommensseite: hier

Neben der Webseite werden aus der Arbeitsstelle regelmäßig sowohl interne Mitglieder-Informationen als auch Nachrichten per E-Mail verschickt. Die allgemein interessierenden Informationen. Diese INTR°A-Newsletter von 2013 - 2018 auch über das Internet direkt abrufbar - Der Link: hier
Die Digitalisierung und die verstärkte Arbeit mit dem Internet haben generell dazu geführt, dass sich auch die Strukturen der Literatur-Recherche geändert haben. Es geht inzwischen weniger um die Ausleihe von Büchern als um die Möglichkeit des digitalen Direktzugangs.
Die Verbindung zur InterReligiösen Bibliothek (IRB) von Karin und Reinhard Kirste erweist sich von daher zunehmend als sinnvolle kooperative Schnittstelle.
Dazu gehört auch als Orientierung die Dialog-Übersichtsseite 
sowie die Nachrichtenseite aus Religion und Welt  in den Blogs von Karin und Reinhard Kirste.
Hier erschient auch in unregelmäßigen Abständen ein Newsletter. Details: hier


Jährlich wurde auch ein INTR°A-Jahresbericht vorgelegt:

Jahresberichte aus der Arbeitsstelle 2005 - 2018
 

Für die gesamte Arbeit spielten die INTR°A-Jahrestagungen als Begegnungs- und Austauschmöglichkeit nicht nur für die Mitglieder eine große Rolle:

Der INTR°A-Projektpreis 
für Komplementarität der Religionen

Als besonderen Höhepunkt der INTR°A-Arbeit muss jedoch die jährliche Verleihung des INTR°A-Projektpreises für Komplementarität der Religionen seit dem Jahr 2000 gelten. Die Arbeitsstelle vergibt diesen Preis in Höhe von 5000 € (durch freundliche Zuwendung der Stiftung „Apfelbaum“ aus Köln), um so zukunftsweisende Projekte interreligiöser Begegnung zu fördern. Diese sollten bereits den Erweis einer nachhaltigen Wirkung erbracht haben, m.a.W. der Preis geht an Einrichtungen, Gruppen und auch Einzelpersonen, die ein Projekt interreligiösen Charakters entwickelt und durchgeführt haben. Wie der öffentlichen Ausschreibung entnommen werden kann, soll das Projekt im wissenschaftlichen, erzieherischen, schulischen, ökonomischen, juristischen, also im umfassend gesellschaftlichen Kontext angesiedelt sein. Die Verleihung fand bisher im Rahmen einer Tagung statt.


INTR°A-Projektpreis für Komplementarität der Religionen 
Verleihungen mit Berichten und Dokumentationen von 2000 - 2017



Kooperationen und Personen

INTR°A unterhält Kontakte zu in- und ausländischen, ebenfalls interkulturell arbeitenden Einrichtungen. 
Eine Übersicht: hier

INTR°A finanziert sich allein aus Spenden. Die gesamte Arbeit geschieht bisher ehrenamtlich. Das setzt natürlich ein Engagement der Mitglieder voraus, das sich zum einen regional auswirkt und zum anderen Mitarbeiten an Projekten, Tagungen und Buchveröffentlichungen betrifft, die überregional geplant sind.
INTR°A-Mitglieder sind darüber hinaus auch im eigenen Lebensumfeld interreligiös engagiert. Hier ein Blick auf die verschiedenen Tätigkeiten -
(nach Orten) zusammengestellt.

Dem INTR°A-Vorstand gehörten an -
von November 2012 bis November 2018):
  • Prof. Dr. Udo Tworuschka, Bad Münstereifel
    (Vorsitzender seit der INTR°A-Gründung 1990) 
  • Dozentin Dr. Alice Schumann, Köln (stellvertretende Vorsitzende) 
  • Pfarrer Dr. Reinhard Kirste
    (stellvertretender Vorsitzender und Koordinator seit 1990)
  • Schulreferent Bart ten Broek, Den Haag, Niederlande, 
  • Lektorin Silke Wollinger-Helwig, Esslingen. 
  • Kooptiert wurden:
    Werner Heidenreich, Köln und Rabeya Müller, Köln

Ältere Berichte von Reinhard Kirste
über die Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A): 
  • Die Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) in Nachrodt
    (RIG 2/1992, S. 502-508
  • Interreligiöse Arbeitststelle (INTR°A).
    Interreligiöse Begegnungen und das Experiment
    des West-östlichen Divans. Zwischenbilanz 1995-1998
    (RIG 5/1998, S. 543-548)
  • Die Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) e.V.:
    Begegnung der Religionen in Praxis und Theorie.
    In: Johannes Lähnemann (Hg.): Visionen wahr machen. Interreligiöse Bildung auf dem Prüfstand. Referate und Ergebnisse des Nürnberger Forums 2006. Pädagogische Beiträge zur Kulturbegegnung Bd. 26. Hamburg: EB-Verlag 2007, S. 222–228
  • The Institute of Interreligious Studies in Germany - Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) e.V.
    (Panorama  Vol. 19 / Summer-Winter 2007, p. 14-16)
Reinhard Kirste
aktualisiert am 09.03.2019
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