Mittwoch, 23. Oktober 2019

BLICKPUNKTE: Nachrichten & Nachdenkenswertes - Bücher / Medien - Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) - INTR°A-Geschichte


ALLE RELIGIONEN BEDÜRFEN EINANDER,
NICHT NUR IN IHREN GEMEINSAMKEITEN,
SONDERN GERADE AUCH IN IHREN UNTERSCHIEDEN,
DURCH DIE SIE EINANDER ERGÄNZEN. 
WIR SOLLEN IN DER EIGENEN RELIGION DAHEIM
UND IN DER ANDEREN GÄSTE SEIN, 
GÄSTE, NICHT FREMDE.
Paul Schwarzenau


--- news and more for reflection 
--- nouvelles et plus pour réfléchir 
--- novedades y más para reflexionar



Oktober 2019

Im Frankfurt-Pavillon auf der Agora
23.10.      Algerien: Muslime
                setzen sich für Christen ein:
                Muslims reopen
                a Tizi-Ouzou church, closed
                by the authorities

                (Asia News, 21.10.2019)      

21.10.      Frankfurter Buchmesse
                16.-20. Oktober 2019:
                 -- Europa und mehr -
                     multikulturelle
                     Entdeckungen
                 -- Leseland Norwegen -
                     Der Blick nach innen

                 -- Der Norwegen-Pavillon:
                     Literarische Reise
                 -- Philosophische
                     Besinnung -
                     
Wittgensteins Boot                                         
20.10.      Friedenspreis des
                 deutschen
                 Buchhandels für den
                 brasilianischen Fotografen
                 Sebastiao Salgado

                (Die ZEIT online,
                20.10.2019)

                Mehr zum
                Preisträger >>>

16.10.       Eröffnung der Buchmesse: 
                 Wachrüttelnde Worte 

                 (taz, 16.10.2019)



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Montag, 21. Oktober 2019

Frankfurter Buchmesse 2019: Wittgensteins Boot - Nachsinnen im Norwegen-Pavillon


Die kühle Atmosphäre des Norwegen-Pavillons auf der Frankfurter Buchmesse 2019 ließ keineswegs nur kühle Betrachtungsweisen zu. Vielmehr lockte diese Stimmung, näher an die Bücher heranzugehen. Aber nicht nur das: Wer das Hin und Her vor der Hauptbühne verließ, der musste - in des Wortes originaler Bedeutung - hinter die Bühne gehen. Dort erlebte man die Installation der norwegischen Künsterlerin Marianne Heske (geb. 1946) "Wittgenstein's Boat" als eine vertiefende Besinnung. Nun ist das Boot wieder zurück in Norwegen ...
Ludwig Wittgenstein, 1930 (wikipedia.en)

"Hintergrund" dieses originalen Bootswracks ist die Tatsache, dass der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) von 1913 bis 1950 seinen Urlaub immer in Skjolden am Sonjefjord verlebte und sich deshalb 1914 dort sogar eine Hütte bauen ließ. Heske rettete vor zwei Jahren ein völlig kaputtes Boot, das man im Fjord gefunden hatte und während des Mitsommernachtfeuers verbrennen wollte. 
Niemand weiß, ob dieses Boot tatsächlich von Wittgenstein während seiner Kahnfahrten auf dem Fjord benutzt wurde, 
aber es könnte ja sein ...
Und so hat Marianne Heske dieses aufgefundene Boot zu Wittgensteins Boot gemacht, ein Symbol für die Denkbewegungen, die im Tractatus logico-philosophicus (1918/1929) sprachlich umgesetzt werden und für das geistige und körperliche Unterwegssein stehen. Es ist ihr wichtig, dies klar zu zeigen, und darum muss man nicht schweigen ...!
Vgl. dazu den Beitrag "Am Ende des Fjords" (SZ online vom 17.10.2019) >>>


Cover des Begleitheftes
zur Kunstinstallation von Marianne Heske:
WITTGENSTEIN'S BOAT
mit dem geänderten Zitat
von Ludwig Wittgenstein.

Es heißt insgesamt im Original:
Was sich überhaupt sagen lässt,
lässt sich klar sagen;
und wovon man nicht reden kann,
darüber muss man schweigen.
 (aaO S. 7)
 Tractatus logico-philosophicus
Logische-philosophische
Abhandlung
Frankfurt/M.: Edition Suhrkamp
Nr. 12, 1963




CC

Montag, 16. September 2019

Frère Roger und Joh. Chrysostomos ----- Eigentum oder : Was allen gehört !

Zu bestimmten Zeiten in der Geschichte setzten sich manche Christen besonders für das Teilen ein. Im 4. Jahrhundert schrieb Johannes Chrysostomos:
Streitigkeit und Kriege brechen aus, weil einige sich anzueignen versuchen, was allen gehört. Es ist, als würde sich die Natur darüber empören, dass der Mensch sich der kaltherzigen Wörter mein und dein bedient und dort Spaltung stiftet, wo Gott Einheit gesetzt hat.

Frère Roger: In allem ein innerer Friede. Ein Jahresbegleitbuch.
Freiburg/Br.: Herder 2009, S. 158
CC

Dienstag, 23. Juli 2019

Samstag, 20. Juli 2019

Hans-Martin Schmidt: Wachsende Weisheit im Horizont des Älterwerdens !

Hans-Martin Schmidt
bei der INTR°A-Tagung 2015 in Bensberg
Der Jurist Dr. Hans Martin Schmidt (geb. 04.08.1929) hat viele Jahre den großen juristischen
Fachverlag Dr. Otto Schmidt 
geleitet
Seit seinem Ausscheiden aus der Geschäftsleitung widmet er sich intensiv den Fragen der Evolution und der Nachhaltigkeit. Die von ihm initiierte Stiftung Apfelbaum - Partner für ein ZusammenWachsen von LebensWelten 
fördert Projekte, Publikationen und Aktivitäten gesellschaftlicher Gruppen, u.a. mit dem Integrationspreis
Zu den Geförderten gehört seit 2000 auch die Interreligiöse Arbeitsstelle (INTR°A) mit dem von Hans-Martin Schmidt angeregten und von der Stiftung Apfelbaum seit 2000  finanzierten INTR°A-Projektpreis  für Komplementarität der Religionen.  
Vgl. bereits die Hommage zum 75. Geburtstag im Magazin "BuchMarkt" vom 03.08.2004
Für Hans-Martin-Schmidt spielt das innere Sich-Bewusstwerden eine wichtige Rolle. In den Jahren 1998 - 2014 hat er intensiv darüber nachgedacht und für sich diese Gedanken aufgezeichnet. Er hat sie 2019 für einen kleineren Kreis von Menschen etwas überarbeitet und in gedruckter Fassung zugänglich gemacht.
Der Essay hat in Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer den Titel:
Widerstand und Ergebung im Alter.
Ambivalente und doch stimmige Erfahrungen mit dem späten Wachsen der Weisheit, das Änderbare vom Nicht-Änderbaren zu unterscheiden 

(Köln 2019, 45 S.).

In seinem Ausblick am Schluss des Beitrages macht er deutlich, dass er sich als Gärtner versteht. Sein Bibeltext ist darum Jesu Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Matthäus 13,24-30). Er schreibt u.a.:
Hans-Martin Schmidt
bei der INTR°A-Projektpreisverleihung
 2016 in Bensberg
"Das Gleichnis vom Hintereinandersäen und Nebeneinanderwachsen von Nutzkraut und Unkraut will mir ... sagen, dass ich in der Landwirtschaft wie im Leben viel Geduld und Selbstbescheidung und zur Zeit der Ernte, wenn - nicht von mir - Lebensdienliches und Nicht-Lebensdienliches geschieden wird, viel Selbsterkenntnis und Toleranz brauche ... Der mit dem Lebendigen in sich und um sich umgehende Gärtner wird ein Leben lang so auch im Alter herausfinden, wann es Zeit für das eine wie das andere ist ... Aber was hat der Gärtner am Ende aus dem eigenen Leben gelernt?
Der Tod aller Lebewesen ist unausweichlich, aber wenn wir uns alle als Teil einer universellen Energie verstehen, dann brauchen wir den Tod als Ende unserer Existenz nicht zu fürchten" 
(S. 39.40).
Einen Einblick in den Essay, der über das Persönliche hinausgeht, mögen darum zwei längere Textstellen geben:

Religiosität und Glaube (S. 30)

Die Frage nach dem "Ewigen Leben" (S. 38)



CC 

Mittwoch, 12. Juni 2019

--------------------- Mascha Kaléko: Memento ------------------






Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, 

Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind. 
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? 

Allein im Nebel tast ich todentlang 
Und laß mich willig in das Dunkel treiben. 
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben. 

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr; 
– Und die es trugen, mögen mir vergeben. 
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, 
Doch mit dem Tod der andern muß man leben. 




CC 

Die Schönheit Gottes


"Wenn ein Mensch die Schönheit der Schöpfung entdeckt,
kann er, 
und sei es nur im Ansatz,
ergriffen werden.
Ist Kontemplation
nicht der Seelenzustand
tiefer Ergriffenheit
vom Staunen einer Liebe,
von der unermesslichen Schönheit
des lebendigen Gottes?"

Frère Roger : In allem ein innerer Friede. Ein            Jahresbegleitbuch. Freiburg u.a. Herder 2003, S. 77

Frère Roger meditiert hier einen Gedanken, der auch im Islam eine besondere Bedeutung hat. Dies kommt auch in diesen Büchern deutlich zur Sprache:
CC